Allgemeine Informationen

Welche Beschlagsmöglichkeiten gibt es?

Jeder Pferdebesitzer wünscht sich das sein Pferd barfuss laufen kann. Leider ist das nicht immer möglich. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Beschlagsmöglichkeiten und ich möchte hier einen Teil davon vorstellen und die Vor- und Nachteile aufzeigen.

Woran erkenne ich überhaupt ob mein Pferd Hufeisen braucht?

  1. Geht mein Pferd fühlig? Wenn das Pferd fühlig geht und sich z.B. beim ausreiten immer den weicheren Weg sucht kann es sein das sich mehr Hufhorn abnutzt wie 01 (328)nachwächst.
  2. Ist mein Pferd „krumm“? Wenn das Pferd eine Starke Fehlstellung hat die man nicht durch ausschneiden korrigier bekommt. Kann man mit Hufeisen die Korrektur unterstützen.
  3. Mein Pferd rutscht Wenn ein Pferd Gleitschutz, z.B. beim Springen oder Fahren auf Asphalt Gleitschutz braucht geht das auch mit Hilfe von Hufeisen.
  4. Aus orthopädischen Gründen z.B.: Nach einem Hufgeschwür oder bei einer Hufkrebs Behandlung muss man Hufeisen anbringen. Um den Huf bzw. die Verletzung zu versorgen und vor Dreck zu schützen.

Wenn keiner diese Gründe zutrifft braucht ein Pferd in aller Regel auch keine Hufeisen. Trifft aber einer dieser Umstände zu sollten Sie ihrem Pferd ein paar Hufeisen gönnen. Sie laufen doch auch lieber in bequemen Schuhen.

Hufeisen

„Normale“ Hufeisen:

Hufeisen

Jeder von uns kennt das Hufeisen mit einer Zehenkappe. Ich benutze Sie nur noch bei Dressurpferden, da Sie den Nachteil haben das Sich die Zehe nicht von selbst abnutzen kann und somit im Laufe der Beschlags-Periode der Huf immer flacher wird. Ich rate meinen Kunden außerdem dazu den Beschlag alle 4-5 Wochen zu erneuern.

Hufeisen

Weitverbreitet ist auch das Hinterhufeisen mit einer gerade Zehe. Dabei geht der Schmied her und schmiedet an ein Hinterhufeisen eine gerade Zehe. Das hat den Vorteil das man das Hufeisen zurücklegen kann und somit das Pferd besser über die gerade Zehe abrollen kann. Das schont die Hufrolle und die Beugesehnen. Hat aber den Nachteil das, das Pferd Seitlich nicht so gut abrollen kann.

Hufeisen

Es gibt auch Vordereisen mit Seitenkappen die haben eine schöne runde Form (wie man sie an einem Vorderhuf haben möchte) und man kann sie auch zurück legen und so das abrollen erleichtern. Die Pferde können dann über die Zehe nicht ganz so gut abrollen aber dafür seitlich besser.

Hufeisen

Relativ neu auf dem Markt ist das NBS-Eisen. NBS steht für Natural Balance Shoes (Natürliche Balance Schuhe) diese Eisen haben keine Kappen und daher kann man sie soweit zurück legen bis man den optimalen Abrollpunkt erreicht hat. Wodurch man die Hufrolle , die Sehnen und Bänder stark entlastet. Aber dadurch das sie keine Kappen haben, können sie bei manchen Pferden, die stark einseitig auffußen, verschoben werden.

Hufeisen

Ganz neu sind die Classic Roller. Diese Hufeisen sind überall abgerundet somit kann das Pferd in jede Richtung sehr gut abrollen. Ich nehme sie am liebsten bei Springpferden (wegen der engen Wendungen) oder bei Pferden die Probleme im Hufrollenbereich oder mit den Sehen haben.

Hufeisen

Auch die Kunststoffbeschläge wollen wir nicht vergessen. Es gibt unterschiedliche arten von Kunststoffbeschlägen, einige haben einen Metall Kern und sind mit Kunststoff ummantelt andere sind komplett aus Kunststoff. Sie haben alle den Vorteil dass sie den Stoss besser brechen.

Je nach art sind sie wesentlich leichter oder haben eine größere Auflagefäche (damit das Pferd in tiefen boden nicht so weit einsinkt. Was die Sehnen und gelenke schont.) sie sind zwar ein wenig teurer aber in meinen augen auch eine gute alternative zum Hufeisen.

Auch Hufeisen aus Aluminium gibt es. Sie sind wesentlich Leichter wie Hufeisen aus Stahl.haben aber den nachteil das teurer sind wie Hufeisen (oft erheblich)

Wenn man nur ab und zu reiten möchte haben sich Hufschuhe auch bewährt. Diese werden vor jedem Ritt dem Pferd angezogen was den Vorteil hat das man die Hufwand nicht zernagelt und das Pferd sonst Barfuß laufen kann. Aber je nach Hufform verlieren die Pferde Sie bei den schnelleren Gangarten außerdem ist das anbringen von Hufschuhen zeitaufwendig.

Eine letzte Möglichkeit ist das kleben von Klebeschuhen. Das ist aber sehr teuer. Und da es sich um eine Klebeverbindung handelt dürfen die Füße nicht nass oder gefettet werden. Ich mache es überwiegend, bei Pferden die sich zu kurz gelaufen haben oder bei Fohlen, wo ich nicht nageln möchte.

Wenn ein Pferd rutscht kann man auch Gleitschutz anbringen:

Hufeisen

Eine Möglichkeit das rutschen zu verhindern sind Profilhufeisen. Diese werden oft bei Rennpferden benutzt.

Um das Rutschen auf Asphalt oder Eis zu verhindern reichen meist Vidiastifte aus. Sie werden in die Eisen eingeschlagen bis nur noch ca. 2 mm rausgucken.

Früher hat man Stollen und Griffe aufgeschweißt das macht man heute (in aller Regel) aber nur noch bei Arbeitspferden.

Hufeisen

Eisen mit Stollenlöcher haben sich dahingehen bewärt das der Stollen nur bei Bedarf eingeschraubt werden kann. Das verhindert das Verletzungsrisiko und man hat die Möglichkeit die Stollen individuell nach den Anforderungen auszusuchen.

Hufeisen

Hufgrip sollte auch noch erwähnt werden. Ist zwar kein Gleitschutz sonder verhindert im Winter das auftollen im Schnee.

Orthopädische Beschläge:

Hufeisen

Der bekannteste Orthopädische Beschlag dürfte das Rundeisen oder Eiereisen sein. Dabei wird ein Steg in das Eisen eingeschweißt. Es dient zur Längeren Unterstützung nach hinten und verhindert das einsinken in tiefen Boden. Hat aber auch den Nachteil das sich die Pferde diese Eisen gerne abtreten. Besonders wenn das Eiereisen an den Vorderbeinen angebracht wird.

Um die Winkelung der Hufe zu verändern kann man Keile an das Hufeisen schweißen. Das hat aber den Nachteil das diese Keile nur auf hartem Boden eine Wirkung haben und relativ schwer sind.

Diese Keile kann man auch aus Kunststoff nehmen und zwischen Huf und Eisen legen und dann mit aufnageln. Die sind zwar leichter aber durch die Keile zwischen Huf und Eisen hält es oft nicht so gut.

Man kann auch einen Steg auf das Eisen aufschweißen und somit eine Höherstellung erreichen und das Einsinken im tiefen Boden verhindern.

Um die Stossbrechung zu verbessern kann man auch Kunststoffringe zwischen Huf und Eisen nageln.

Hufeisen

Auch sehr gut sind Beschläge mit Platten und Polster (die gibt es auch als Keilplatten).Diese Beschläge haben die Vorteile das: Der gesamte Huf mitträgt und nicht nur der Tragerand, die Sohle ist von unten geschützt, Der Stoss wird besser gebrochen, Das Hufbein wird sehr gut abgestützt, Das Pferd sinkt im tiefen Boden nicht tief ein. Wichtig hierbei ist die richtige Wahl von Platten und Polster. Durch neuartige Kunststoffe hat man hier unheimlich viel Auswahl und kann genau für den Zweck das richtige Polster und die richtige Platten auswählen. Veraltet sind in meinen Augen Beschläge mit Hanf als Polster und Lederplatten. Dentalpolster oder Billige Polster werden einfach zu hart und sind zu schwer außerdem fängt der Strahl unter solchen Polstern an zu faulen. Höherwertigen Polster sind zwar teurer aber haben bessere Polster Eigenschaften.