Hufpflege/Strahlfäule

Hufpflege:

Allgemein:

Die Hufe immer auf Verletzungen, Risse und Spalten optisch kontrollieren und bei Auffälligkeiten den Tierarzt oder den Hufschmied kontaktieren. Es reicht aus, wenn man die Hufe auskratzt und einmal am Tag gründlich sauber macht. Immer gilt kein Fett, kein Öl, kein Wasser:

Durch Fette und Öle wird der Huf versiegelt, was nur den Pilzwachstum im Huf fördert.

Durch Wasser wird der Huf nur ausgeschwemmt, was dazu führt, dass Hufnägel ihren Halt verlieren und die Hornwand beschädigt oder sich die Hufe bei Barfußgängern stärker abnutzen. Wasser im normalen Maße ist nicht schädlich, braucht dem Huf aber nicht zugeführt werden. Besonders nicht, wenn ein Huffestiger benutzt werden soll, da diese nicht in nasse Hufe einziehen können und somit ihre Wirkung verlieren. Den Strahl mit einer trockenen harten Bürste abbürsten. Bei Strahlfäule bitte meine Seite über Strahlfäule lesen.

Hufe mit guter Hornqualität unbeschlagen:

Hier reicht es völlig aus, den Huf mit einer Bürste trocken abzubürsten und auszukratzen. Gegebenenfalls noch scharfe Kanten mit einer Raspel vorsichtig beiraspeln.

Hufe mit schlechter Hornqualität unbeschlagen:

Hier sollte man auch nur trocken die Hufe abbürsten und auskratzen. Dann aber den unteren Rand mit einer harten Bürste feste abbürsten, damit sich das kaputte Horn ablöst und dann den Huf mit einem Huffestiger einpinseln. (Im Sommer jeden Tag, im Winter 1 mal die Woche) .

Hufe mit guter Hornqualität beschlagen:

Hier reicht es auch aus, die Hufe auszukratzen und gegebenenfalls trocken abzubürsten. Natürlich muss man auch die Hufeisen auf Sitzt und Festigkeit überprüfen.

Hufe mit schlechter Hornqualität beschlagen:

Auch hier die Hufe auskratzen und trocken abbürsten und die Hufeisen auf Sitz und Festigkeit überprüfen. Dann im Bereich der Nagellöcher den Huf mit einem Huffestiger einpinseln (im Sommer jeden Tag, im Winter 1 mal die Woche) .

Strahlfäule:

Ist ein Fäulnisprozess hervorgerufen durch Mikroorganismen. ( Dazu gehört das Fusobacterium Necrophorum, das auch Moderhinke bei Schafen auslöst. ) Charakteristisch ist eine schwarze Absonderung und ein extremer Geruch. Beginnt in der mittleren Strahlfurche und breitet sich über den ganzen Strahl aus (in manchen Fällen sogar bis in die Sohle) und legt die Strahllederhaut frei. Wenn die Lederhaut frei liegt und sich Sand oder Dreck (kleine Steinchen) in die mittlere Strahlfurche setzt kann ein Pferd deshalb Lahmgehen

Begünstigt wird Strahlfäule durch :

  • Schlechte Hornqualität: Manche Pferde sind anfälliger bei Strahlfäule als andere. Das liegt dann daran dass, das Horn dieser Pferde den Bakterien nicht soviel entgegen setzen kann wie das Horn der anderen Pferde. Daran kann man meines Wissens nach nichts ändern.
  • Unsaubere Haltung: Pferde, die viel in ihrem eigenem Mist stehen, haben oft Probleme mit Strahlfäule.
  • Zu hohe Trachten: Dort wo durch zu hohe Trachten der Strahl nicht den Boden berührt, da verkümmert er und verfault. Meistens kommen mehrere Komponenten, zusammen aber durch die richtige und dauerhafte Pflege kann man es meistens in den Griff kriegen.

 

Die richtige Pflege bei Strahlfäule:

Welches Pflegeprodukt man benutzt, ist relativ unwichtig. Es muss nur desinfizierend sein und nach Möglichkeit austrocknen. Ich empfehle immer Kupfersulfat (ist preiswert und einfach zu handhaben). Strahlpflegemittel von Keralit oder Luwex (beide führe ich in meinem Shop), Jodoformäther ( verfliegt sehr schnell und ist geruchsintensiv). Wichtig ist aber, wie man den Strahl pflegt und das man es ganz gründlich macht. Es ist auch hilfreich, wenn man sich den Huf von jemandem aufhalten lässt.

  1. Den Huf auskratzen und mit einer trockenen harten Bürste abbürsten.
  2. Etwas Watte nehmen und mit einem Hufkratzer oder einem Eisstiel durch die mittlere Strahlfurche ziehen, bis diese ganz sauber ist (ruhig mehrmals machen). Manche Pferde merken das und zucken.
  3. Wichtig ist das der ganze Dreck draußen ist.
  4. Entweder etwas Watte mit Kupfersulfat oder Strahlpflegemittel (von Keralit ähnlichen) tränken und ganz tief in die Strahlfurche drücken (ruhig mit dem Hufkratzer oder dem Eisstiel). Oder etwas Strahlpflegemittel von Luwex in die Strahlfurche sprühen. Dabei ist es wichtig, dass das Röhrchen tief in die Strahlfurche gedrückt wird. Dann etwas Watte fest in die Strahlfurche drücken (ruhig mit dem Hufkratzer oder dem Eisstiel).
  5. Die Watte bleibt 24 Stunden in der Strahlfurche und wird dann erneuert.